Samstag, 30. März 2013

Konzertbericht: Tri-Bune I, Basel

Wir konnten es ja anfangs kaum glauben, dass wir bei der Tri-Bune spielen duerfen.
"BÄM!!!! Arsonists vs. Firemen fahren nach Basel! :D Sick Shit! Mit Fanbussen?! :D · 7 January at 15:28"
Wir waren schon sehr glücklich.

Schon zur Bewerbung haben wir uns gewünscht, nach Basel zu dürfen. Neuenburg(D) und Bartenheim(F) will ich jetzt gar nicht schlecht reden, aber Basel(CH) klingt einfach schon mal größer und spektakulärer.
Aber kurz über die Tri-Bune. Diese nennt sich auch New Talent Festival und versteht sich als ein trinationales Jugendkulturprojekt.
Organisatoren, Locations, Bands und Booking-Crew kommen aus den Ländern Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Den Rest über das Konzept dürft ihr gerne hier weiterlesen.
Aus jedem Land spielen dann in jedem Land je zwei Bands auf drei Termine verteilt. Das Wort Booking-Crew fanden wir schon anfangs interessant. Es gab kurze Überlegungen unter uns, ob das denn jetzt ein Contest ist oder nicht. Das ist die Tri-Bune nicht. Die Booking-Crew stellt quasi eine Jury da, aber eben nur quasi. Und Ziel ist es in erster Linie für die Bands nicht weiterzukommen, sondern sich mit anderen Musikern auszutauschen bla bla.
Wie jeder Band ging es uns um den Gig. Und wenn man dann auch durch den Gig einen zweiten bekommt, ist das eine super Sache.
Natürlich war es spannend mit den anderen Künstlern zu arbeiten, ich muss aber an dieser Stelle sagen, dass sowas allein durch die Sprache nicht gut funktionieren kann. Wir haben uns nicht großartig mit den französischen Musikern Les Microbes und The Skøres ausgetauscht. Ich schon allein deswegen nicht, weil ich kein Wort Französisch spreche.
Die Leute von Debrah Scarlett und vor allem die Grande Dame hat man kaum im Vorfeld gesehen.
Es blieben folglich Take Away Caddy und Andy Rive. Und das waren super Typen. Gute Musiker, tolle Menschen, trinkfest, witzig und offen.
War ein super Tag mit euch.

Zur Organisation. Die war einfach großartig.
Diese wurde von einigen Bands auch live angesprochen und von uns auch noch mal mit einigen Beteiligten. Großes Lob, wirklich.
Das gilt für die Leute hinter der Tri-Bune aber auch an die tollen Menschen vom Badhuesli.
Die Mail-Verkehr lief flüssig und man war immer für unsere Fragen da. Wir haben uns nur selbst relativ viel Mühe gegeben, weil wir unbedingt coole Bus- und Eintrittskarten für die Fans haben wollten.
Hier ein Link zu einem Vine.
Uns wurde nähmlich ein Bus organisiert, damit unsere Leute auch kommen. Einer für zwei Bands aus einem Land.
Da habe ich, Phil, im Stil des Posters eine Karte erstellt, die wir dann nur noch drucken mussten. Aber Grafikernoob wie ich bin, habe ich natürlich tausend Fehler gemacht. Am Ende bin ich aber recht stolz auf das Ding und es gab durchweg positiven Feedback.

Zum Gig. Die anderen Bands waren wirklich bunt gemischt. Französcher Gangsterrap bis Metal. Komisch fanden wir, dass The Skøres eine Coverband sind? Wir sind uns nicht wirklich sicher, falls das aber stimmt, finden wir es wahrlich seltsam. Nichts gegen die Band, aber das ist eine der besten sechs französichen Bewerber gewesen? Wir hätten erwartet, Cover sind nicht so gern gesehen. Beim VS Music Contest, bei dem wir am 13.04. in Villingen spielen (hier gehts zum Event auf Facebook), wird ausdrücklich gesagt, dass Cover nicht erwünscht sind. So als Beispiel. Aber ist ja nicht weiter schlimm.
Die Frage ist auch, ob Debrah Scarlett wirklich "lahm" waren (ich zitiere nur andere), oder einfach mit ihrem Singer- Songwriter - Jazz einfach zu weit für die jungen Kidz im Publikum waren. Vielleicht zu anspruchsvoll. Wir fanden es ganz nett, hat nur vielleicht im Kontext wie alle anderen seltsam ausgesehen. Rap, Rock, Metal, Jazz - das ist schon eine harte Mischung.
Andy Rive haben die mörder Show hingelegt. Wahnsinn. Von Anfang bis Ende eine reibungslose Performance. Die Leute sind schon echt gut ausgerastet, da kann man stolz sein.
Alle die da waren und das hier lesen warten natürlich auf dieses eine Statement. Was war denn bitte bei uns los? Technische Probleme everywhere. Und der Computer lief einwandfrei. Gegenseitig kaum bis gar nicht gehört ist ja schon ein dähmliches Problem, das man mit einem richtigen Soundcheck hätte vermeiden können, aber ich, Phil, musste ja auch noch nach zwei Minuten meine teuren neuen Basssaiten kaputtspielen. Also technisch gesehen ist nur eine Saite gerissen, aber der Bass ist damit erstmal unspielbar. Den Rest des Openers hab ich dann auf einer anderen Saite improvisiert, aber ich wusste, das geht bei den nächsten leider nicht so gut.
Ein Glück war der Bassist von Take Away Caddy so freundlich, mir seinen Bass zu leihen. Der hat vor allem sehr schnell reagiert, dass die Pause nicht ganz so peinlich wurde. Das lief wohl zu gut, also musste ganz schnell noch eine Gitarrensaite von mir zerstört werden. Da hatten wir keinen Ersatz. Wenn eine Saite fehlt, ist die Spannung auf dem Hals eine andere, d.h. alle übrigen Saiten sind verstimmt.
Das Stimmen hat dann auch nur mäßig funktioniert, also durfte ich jeden Ton so benden, dass er einigermaßen stimmt. Ich konnte also gar nicht cool posen oder mega ausrasten. Schade irgendwie.

Aber warum sagen wir, dass es ein super Konzert war trotz dieser Probleme?
So kitschig es klingt, wegen den Fans. Wir wussten, wir sind keine Pogopunkband, bei uns mosht man nicht, man hebt auch keine Hände in die Luft. Wir dachten uns, Blur könnte vielleicht ganz gut abgehen, aber was die Leute da veranstaltet haben, bringt einen Künstler ja fast zum heulen. Texte wurden auswendig mitgegröhlt, es wurde gesprungen, geklatscht, gejubelt, gepogt und es gab ne scheiß Wall of Death.
Wahnsinn, vielen vielen Dank euch allen.

Nach dem Gig ist vor dem Gig (meine Bandmitglieder mögen mich für diesen Satz bitte treten).
Die Jury Booking Crew hatte sich dann für drei Künstler die "weiterkommen" entschieden. Eine aus jeden Land.
Wir wollten keine schlechten Verlierer sein, dass haben wir mehrmals an dem Abend betont, aber wir fanden es äußerst Schade, dass nicht die sechs Bands gegeneinander antreten, nicht einfach aus allen sechs die drei besten ausgewählt oder gebucht werden, sondern immer die zwei Bands aus einem Land gegeneinander antreten. Für uns hieß das, die französichen und schweizer Künstler waren außer Konkurrenz. Hieß auch, die noch eben angefreundeten Leute von Andy Rive sind die einzigen "gegen" uns.
Die haben dann natürlich völlig zurecht gewonnen. Es kamen also Les Microbes (mit einer Coverband als Konkurrenz), Take Away Caddy (mit dem "lahmen" Jazz als Gegner) und Andy Rive, mit uns als Widersacher(ja, klingt mega übertrieben) weiter.
Und dann haben wir uns von jedem Jurymitglied Bookingmitglied angehört, warum sie uns so unglaublich toll fanden, aber durch das System nicht nehmen konnten. Irgendwie nett, irgendwie bescheuert.
Bitter, wenn beide Bands aus einem Land besser sind als beide aus einem anderen. Deswegen vermutlich kein Contest.
Für uns war also nur das System seltsam, aber wir waren absolut zufrieden damit, das Andy Rive für die Tri-Bune II gebucht wurden.
Gestern haben wir dann erfahren, dass diese leider absagen müssen. Also dürfen wir doch zur Tri-Bune II.
Einerseits natürlich mega cool, wir freuen uns riesig, andererseits aber sehr unangenehm, weil wir selbst Andy Rive als "Sieger" akzeptiert hatten.

Kurzum - ein super Abend, es war alles wunderschön.
Wir spielen dann am 03.05. im Haus der Jugend, Freiburg für die Tri-Bune II zusammen mit (wird noch reineditiert).

Wir sehen uns auch da?
Jede Menge Fotos vom Abend gibt es hier. Vielen Dank an alle Beteiligten, Organisatoren, Bands und Fans. Es war unglaublich. In Liebe,
Arsonists vs. Firemen

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