Montag, 6. Mai 2013

AvsF bei der PLAY LIVE

Wir dachten uns ja erst, sich bei der Play Live zu bewerben sei Quatsch.
Alles wirkte so professionell, dass wir uns gar nicht getraut haben uns zu bewerben. Die wollten wissen, ob man einen Manager, ein Label, Licht- und Tonmenschen und wie viele und was für Alben man veröffentlicht hat.
Da konnten wir nicht so glänzen, besteht die Crew noch offiziell aus uns dreien. Zwei CDs haben wir ok, aber die Konzerte der letzten 12 Monate zum Zeitpunkt der Bewerbung bestanden eigentlich aus zwei Gigs.
Trotzdem kamen wir in den Demomarathon, quasi die zweite Runde. Dieser fand zeit- und ortsgleich zum Kessel Kongress in Stuttgart statt.

Da wir am Freitag bei der Tri-Bune II gespielt hatten, kamen wir spät ins Bett. Und weil wir uns einige Vorträge beim Kongress ansehen wollten, mussten wir den Zug in Freiburg um 5:55 nehmen. Wir waren Todmüde.
Der Ben muss gerade ganz viel lernen und sich fit halten, weil er gerade Abschlussprüfung hat. So waren nur Jan und Ich(Phil) halb tot in Stutgart unterwegs. Am Bahnhof haben wir Redensart getroffen, mit denen wir ja demnächst zusammen mit Mikrokosmos23 im White Rabbit spielen. Hier gehts zum Event.

Beim Kongress angekommen, haben wir einen Jutebeutel mit Heften und Stiften bekommen. Dann gleich vier Stunden Vorträge.
Im ersten ging es um die GEMA und die GVL. War ganz nett. Wir wissen jetzt, dass es im Moment sowieso keinen Sinn macht denen beizutreten und wenn es irgendwann Sinn machen würde, wollen wir nicht beitreten. Aber gut, sowas jetzt eindeutiger zu wissen.

Der zweite war interessanter. Da ging es um Selbstvermarktung im Netz 2.0. Also, wie man Social Media als Band richtig betreibt. Das schöne war: Ich(Phil) wusste so ziemlich alles schon und da ich mein Wissen auch umsetze, machen wir wohl eine Menge richtig, was viele Bands stark vernachlässigen. Wir nutzen nicht nur Facebook, sondern nutzen es richtig. Und dazu noch viele weitere Soziale Netzwerke. Und da machen wir ebenfalls so gut wie alles richtig.
So eine Bestätigung ist natürlich toll. Nach dem Vortrag gings dann noch ins Detail, zwei Social Media Nerds im Gespräch.
Die vielen Tricks und Kleinigkeiten, die es im Netz zu beachten gilt, verrate ich natürlich nicht.
Dann wollten wir uns etwas zu Radiopromotion anhören. Da war Sibbi von Itchy Poopzkid dabei. Voll cool.
Fertig wie wir waren, haben wir lieber gegessen und gegammelt. Wurde erwähnt, dass wir totmüde waren und gerade vier Stunden Vorträge hinter uns hatten? Zwischendurch haben wir noch Leute von No Better Question und Dennis von Black Armadillo getroffen. In solchen Momenten fühlt man sich angekommen in der Musikerwelt.

Dann der Demomarathon. Der ist öffentlich, d.h. jeder der beim Kongress teilnimmt, darf sich dazu setzen. Die meisten Gäste waren aber die Bands der Play Live. Vermutlich waren die Bands die einzigen Gäste des Kongresses.
Die 100 Bands sind in vier Genre eingeteilt: "HARD/HEAVY", "POP/URBAN", "ROCK/PUNK" und "ALTERNATIVE/ELECTRO".
Wir waren in letzterem. In dem Raum gab es auf der einen Seite eine Couch mit Moderatorin, auf dem die Bands während dem Bewerbungsgespräch sitzen. Daneben ein Bildschirm und eine Anlage mit Mädchen, die selbiges bedient. Auf der anderen Seite saß die Jury. Dazwischen andere Bands.
Unser Problem gleich zu Beginn: Nur zwei der drei eingereichten Songs kamen an. "Broken Home.", der uns am aktuellsten beschreibt, war aus welchen Gründen auch immer nicht dabei. So blieben die Roughmix Version von Pax Animae und Hoax. Wer uns kennt weiß, dass die Hoax Aufnahme schon lange ganz anders klingt.
Der erste Song fängt an und es war schon klar, dass alles, was die Jury uns sagen wird, für uns absolut keinen Wert haben wird, da diese beiden Songs (dummerweise) überhaupt nicht beschreiben, wer Arsonists vs. Firemen gerade sind.

Die Kritik der DSDS-Jury.
In unserer Beschreibung steht "energiegeladen", was wohl niemand gemerkt hat. Das Pax Animae aber energiegeladen ist, wird jeder der uns kennt bestätigen. Ist halt nunmal kein Dancehit. Die Aufnahmequalität sei beschissen. Na klar, die Aufnahme von Pax entstand, nachdem es uns zwei/drei Monate gab. Da waren wir noch nicht gleich im Studio. Naja und dann ist das ganze halt sehr unausgereift. Da fehlt noch viel Entwicklung. Wenn man Pax Animae und Broken Home. vergleicht, sieht man diese Entwicklung. Allerdings hatte die Jury zwar die Möglichkeit, aber nicht die Lust sich diesen Song anzuhören. Den hatten die ja wie gesagt nicht in ihrer Datenbank.
Auf dem Bildschirm sah man übrigends die Homepage. Die Homepage, auf der man nur zwei Klicks benötigt, um sich Broken Home. anzuhören. Aber nein, das ist unfair den anderen Bands gegenüber. Das wir nur zwei statt drei Songs präsentieren durften, war für uns aber auch etwas unfair.
Also wie gesagt, die Kritik galt uns vor 14 Monaten, nicht uns heute. Heißt, egal wie konstruktiv die Kritik war, und das war sie kaum, wir können sie nicht wahrnehmen, da sie überhaupt nicht uns galt, sondern der frisch gegründeten Band.
Man muss auch sagen, dass die Jury sehr wirtschaftlich gedacht hat. Ob eine Band nunmal gut in einen Club oder auf ein Festival (einer war ein Booker) oder ins Radio(eine Dame von DAS DING) passt.
Ich sage ja gern: AvsF hört man nicht im Sommer auf dem Weg zum Baggersee, sondern nachts auf der Autobahn. Das sind keine Partyhits, der Anspruch ist ein gänzlich anderer.
Achja, unser Name sei zu lang. Bei Arsonists hörts schon auf. Mehr ist zu viel. "Rage Against The Machine", "Explosions In The Sky", "Death Cap For Cutie", "30 Seconds To Mars" und "And You Will Know Us By The Trail Of Dead" sind ja auch alle unerfolgreich. Heisskalt oder Frida Gold gefällt denen schon besser.

Warum eigentlich der Vergleich mit DSDS? Da sind der eher fiese Bohlen, der etwas nettere andere Dude und die eine Frau. Das tolle an solchen Jurys ist, dass sie kein Stück objektiv seien können, sondern ihre subjektive "Expertenmeinung" äußern. Wenn die Jury nicht vom Hocker fällt, muss man ja scheiße sein. Anders geht das ja gar nicht, sie sind ja Experten.
In Kurz: Die Musik der Bands wird angehört, der Pressetext nebenher gelesen, jeder äußert seine Meinung und dann darf man sich kurz rechtfertigen, dass man doch gar nicht so scheiße ist. Von den zehn Minuten die wir da saßen, waren sechs Minuten die Musik. Wir sind also für vier Minuten Kritik zur Play Live gefahren. Top.

Ein Glück war der Kessel Kongress ja ganz ok, sonst würde ich den Tag wohl verteufeln.
Jan und Ich haben dann viel über unsere Musik geredet und nach diesem langen Tag und nochmal vier Stunden Zugfahrt sind wir dann daheim tot umgefallen.

Kurzum: Der Tag war eher so meh, aber eben nicht gänzlich unnötig. Was wir von den anderen Bands so gehört haben in kurz: War eher so meh.
Und: Das U-Bahn System in Stuttgart verwirrt uns mächtig.
Grüßelies,
Arsonists vs. Firemen

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